Cold as fire, hot as ice

Geschrieben am March 23rd, 2008 by cliff.
Kategorien: Uncategorized.

Eigentlich müßig noch mal auf die Brillianz des letzten Britney Spears Albums “Blackout” hinzuweisen (auch wenn ich dafür von den Leuten, die mir am Freitag Obdach gewährten, skeptische Blicke erntete, was ich aber deren Jugend zuschreibe), allein die drei bisher veröffentlichten Singles “Gimme More”, “Piece of me” und “Break the ice” sprechen für sich. Der nach “Piece of me” beste Song des Albums ist “Hot as ice” und wird totsicher die nächste Single und der Sommerhit 2008 werden. Aber bevor der Song auf irgendwelchen Radiosendern zwischen “dem Besten der 80er, 90er und den Hits von heute” totgedudelt wird hat euer Olifani-Popbeauftragter einen aus alten Britney Videos zusammen geschnittenen Vorabclip rausgesucht, get into the groove:

Schwulenhaß und Männerbund

Geschrieben am March 23rd, 2008 by cliff.
Kategorien: Homophobie ist so schwul.

Am 1.April wird Tjark Kunstreich auf Einladung der ag antifa im stura im schönen Halle zum Thema “Schwulenhaß und Männerbund. Die autoritäre Sehnsucht im deutschen Sprechgesang” referieren. Veranstaltungsort sind die Redaktionsräume des berühmt berüchtigten Radio Corax, los geht es um 19 Uhr und der Ankündigungstext klingt schon vielversprechend:

“Wenn sich niemand mehr wundert, dann stimmt etwas nicht: An der Musik kann es nicht liegen, daß deutscher Sprechgesang zur beliebtesten Stilrichtung unter männlichen Jugendlichen geworden ist. Die Einfallslosigkeit der Samples, die Stereotypie der Pose, der immergleiche Sprechrhythmus, mit dem sich deutsche Rapper gegen den Flow und den Sprachwitz amerikanischer Rapper abgrenzen wollen, indem sie noch männlicher, d.h. unmusikalischer daherkommen, leben schon längst mehr von Street-credibility, also der Beschränktheit der Instrumente wie des eigenen Geistes, sondern von scheinbarer Provokation.
Die Inhalte dieser Provokation der deutschen Bürgerwelt sind hinlänglich bekannt: Schwulenhaß und Frauenverachtung, Rassismus und Antisemitismus, Antiamerikanismus und eine merkwürdige Affinität zum Islam. Allerdings sind gerade letztere zu Provokation in Deutschland kaum geeignet, weil das Ressentiment den allgemeinen Geisteszustand kennzeichnet. Gegen Schwulenhaß und Frauenverachtung im deutschen Sprechgesang protestieren jedoch viele, von Claudia Roth bis zum Lesben- und Schwulenverband in Deutschland: Das will man doch lieber dem Iran und anderen Ländern überlassen, bei denen man sich damit beruhigen kann, daß es sich bei Gepflogenheiten wie Steinigungen um kulturelle Eigenheiten handele.
Weil das eine Ressentiment geteilt wird und das andere nicht etwa verurteilt würde, weil es menschenverachtend und antizivilisatorisch ist, sondern schlicht, weil man zwar so denken, aber nicht so sprechen dürfe, also weil es nicht politisch korrekt formuliert wird, erscheint es in der öffentlichen Debatte so, als seien die schwulen- und frauenfeindlichen Texte deutscher Rapper Ausfälle einer ansonsten kommoden Subkultur. Die zur Eingrenzung dieser Ausfälle unternommenen Bemühungen erinnern nicht zufällig an die akzeptierende Sozialarbeit mit Nazis, deren Erfolg darin bestand, das Nazitum zur Alltagskultur zu machen.
Was aber, wenn es sich, ähnlich wie bei den Zonen-Nazis der neunziger Jahre, nicht um Irregeleitete handelt, sondern um Überzeugungstäter? Wenn es tatsächlich nicht um die Musik, sondern um die Botschaft geht? Der Schwulenhaß und die Frauenverachtung sind nicht zufällig mit zivilisationsfeindlicher Ideologie verbunden: die Frauen- und Schwulenemanzipation sind ja nicht zuletzt ein Resultat der Zivilisation. Und an die, die der Zivilisation etwas zu danken haben, heftet sich der Haß derer, die von sich meinen, zu kurz gekommen zu sein und immer übers Ohr gehauen zu werden. Kurzum: Deutscher Hiphop ist wegen der Haß-Texte erfolgreich und nicht wegen der Musik. Auf den Konzerten treffen sich männliche Jugendliche mit der Sehnsucht nach dem Männerbund, die auch ansonsten für klare Verhältnisse sind. Die Männlichkeit, mit der sie imponieren wollen, ist so hohl, daß sie Schwule und Frauen, die für eine unbekannte Verheißung stehen, hassen müssen. Und sie glauben dem, der ihnen das erzählt.
Der Männerbund, das wußten schon die Vertreter der Kritischen Theorie nach ihrer Studie über Autorität und Familie, ist die Keimzelle autoritärer Herrschaft. Das Bedürfnis nach einfachen Herrschaftsverhältnissen, wie sie in Banden und Gangs vorherrschen, korrespondiert mit einer Homophobie, die das gleichgeschlechtliche Verlangen im eingeschlechtlichen Zusammenhang leugnen und nach außen projizieren muß.”

Give the Jew Girl Toys!

Geschrieben am March 16th, 2008 by cliff.
Kategorien: Uncategorized.


Mehr zu Sarah Silverman findet ihr in der letzten Phase 2.

“Pornosüchtige Männer wollen in den Arsch gefickt werden”

Geschrieben am March 2nd, 2008 by cliff.
Kategorien: Uncategorized.

“Pornosüchtige Männer wollen in den Arsch gefickt werden” behauptet zumindest die französische Schriftstellerin Virginie Despentes in einem Interview in der aktuellen Jungle World. Das mag stimmen, meiner Meinung nach gilt diese Aussage jedoch bei weitem nicht nur für pornosüchtige Männer. Euer Freund Cliff etwa sieht den größten Vorteil von Pornokinos lediglich in der heutzutage selten anzutreffenden Möglichkeit, überall rauchen zu können. Aber apropos Pornos: Ebenfalls in der aktuellen Jungle World findet sich ein Vorabdruck eines sehr interessanten Artikels von Martin Büsser aus der Testcard 17, aus dem ich kurz zitieren möchte:

“Wie aber verhält es sich mit dem Schwulenporno? »Schwule Pornos sind Filme von Fans für Fans«, schreibt Anna Voswinckel. »Man könnte sie daher in Anlehnung an Fanzines ›Fanporn‹ nennen. Gay Porn ist ein selbstverständlicher Bestandteil der Community.«  Ist der Schwulenporno als Produktion für eine Minderheit also nicht schon per se immer »Indie«? – Wenn für Indie allerdings das oben angesprochene Versprechen von Authentizität, Echtheit und Unverstelltheit charakteristisch ist, dann muss mit einem eindeutigen »Jein« geantwortet werden. Der Schwulenporno kennt keine eindeutig festgelegten Machtpositionen, diese sind vielmehr spielerisch variabel. Insofern spielt das Artifizielle und Inszenierte, das gemeinhin eher für Major- als für Indie-Produktionen charakteristisch ist, eine entscheidende Rolle. Auf der anderen Seite sind Schwulenpornos dann aber doch meist authentischer inszeniert als Heteropornos, kommen »echtem« sexuellen Agieren jenseits des Bildschirms näher: So lange Kusseinstellungen wie in Schwulenpornos wird man auf dem Hetero-Markt kaum finden. »Authentischer« Austausch von Zärtlichkeit und offenkundige Inszenierung schließen sich hier nicht aus, vielmehr zieht der Schwulenporno seine subversive Note gerade aus dem Zusammenspiel von Authentizitätsversprechen und inszenatorischen Rahmungen, die entweder einen für gewöhnlich heterosexuellen Kontext »verschwulen« oder latent homoerotische Stoffe vereindeutigen. Letztgenanntes gilt zum Beispiel für den Film »Kleine Strolche« aus der Reihe »Action Boys«, der an Charles Dickens’ Roman »Oliver Twist« angelehnt ist. In »Kleine Strolche« tritt ein ominöser Mister Dickens auf, der im London des 19. Jahrhunderts Jungs von der Straße holt, sie bei sich aufnimmt, zu Taschendieben ausbildet und sich zugleich sexuell mit ihnen vergnügt. Ein wichtiges Arbeitsfeld der Queer Studies besteht darin, Stoffe der Weltliteratur auf ihren queeren Subtext hin zu lesen; nichts anderes haben die Produzenten von »Kleine Strolche« auf dreiste Weise mit »Oliver Twist« getan.
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Die offene Verschwulung von latent homo­erotischen Stoffen, Konstellationen und Milieus kennt keine Grenzen: Märchen aus 1001 Nacht, Klassenfahrt, Skiurlaub, Camping, Internat, Biker, Skater, Surfer, Fitness-Studio, Gefängnis, Militär … und natürlich auch Skinheads. Im Gegensatz zu den Settings im Heteroporno (besonders beliebt: Krankenhaus und Krankenschwestern) genügt es im Schwulenporno nicht, allseits vorhandene Männerfantasien einfach nur zuzuspitzen, sondern er muss immer erst einmal alles Vorgefundene umcodieren und von der Heteronormativität befreien, die stets vorausgesetzt wird. Dieser Akt der Selbstaneignung ist von entscheidender Bedeutung, denn nur selten spielen Schwulenpornos an klassischen schwulen Orten (Toiletten, Parks), viel beliebter sind homoerotisch aufgeladene Räume wie Militärkasernen, Klöster oder Schiffskajüten (für all das, was Foucault als Beispiel für »andere Räume« aufgeführt hat, dürfte sich ein Beispiel im gay porn finden), wo die Überschreitung zum real vollzogenen Sex noch immer ein gesellschaftliches Tabu darstellt.

Natürlich sind auch Schwulenpornos nicht immer frei von Macht-, Gewalt- oder Erniedrigungsfantasien. Entscheidend sind aber auch hier die Rahmung und der ausgewiesen inszenatorische Charakter. In einer Episode des Films »Bareback Road Trip« der Produktionsfirma Punkz Productions halten zwei »Polizisten« einen Mopedfahrer an, der sich nicht ausweisen kann. Sie nehmen ihn mit aufs Präsidium und vergewaltigen ihn im Duo. Während sich der eine »Polizist« einen blasen lässt, führt der andere dem Jungen erst einmal anal einen Gummiknüppel ein. Der Betrachter dieser Episode weiß, dass es sich nicht um zwei richtige Polizisten handelt, sondern um ein Spiel, das auf reale Polizeigewalt verweist: Die Filmepisode reinszeniert auf lustvolle Weise ein in der Realität meist auf Homophobie aufbauendes Gewaltszenario (Vergewaltigung durch Polizisten oder Gefängniswärter, die vorgeben, damit ihre Verachtung gegenüber Schwulen zum Ausdruck zu bringen). Der »vergewaltigte« Junge lacht am Ende der Episode und gibt sich damit als Spielteilnehmer zu erkennen. Dieses Lachen ist deshalb nicht der Gefahr ausgesetzt, Vergewaltigung unter dem Vorwand zu legitimieren, dass das Opfer diese ja »selbst gewollt« habe, da die gesamte Episode von Anfang an als fiktionale Inszenierung ausgewiesen ist. Schwule Traumata werden darin verarbeitet, Angst wird über ein ritualisiertes SM-Spiel abgebaut. Heterosexuelle Gang-Bang-Episoden sind dagegen für weibliche Betrachterinnen ungeeignet, um Ängste zu verarbeiten, da ihre Perspektive in ihnen gar nicht vorkommt. Anna Voswinckel sieht die Frau darin als sprachlos und gefügig gemachte Sexarbeiterin: »Anpassung, permanente Überwachung, Verlust von Solidarität, fortwährendes ›Arbeiten‹ an sich, Angst vor ›feindlichen Übernahmen‹, alles brav ›schlucken‹ müssen.«”

Und wo es hier die ganze Zeit schon um die aktuelle Jungle World geht: Gewohnt treffend analysiert der Redaktionsbeau Ivo Bozic die “Partei auf Anabolika”. Ferner geht der Preis für die beste Bild/Unterschrift-Kombination des Jahres eindeutig an die Zeitung aus der Berliner Bergmannstraße, seht bitte auf Seite 8 nach.

Totgesagte leben länger

Geschrieben am February 26th, 2008 by cliff.
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Morgen wird der seit dem 4. Januar 2006 im Koma liegende israelische Held Ariel Sharon 80 Jahre alt. Meinen Glückwunsch!

Every night with my star friends we eat caviar and drink champagne

Geschrieben am February 24th, 2008 by cliff.
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Alice Schwarzer soll aus meinem Schlafzimmer rausbleiben

Geschrieben am February 24th, 2008 by cliff.
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Seit wann ist Alice Schwarzer nicht mehr Ihr Vorbild?

Seit sie mit Verona Feldbusch zusammen im Fernsehen aufgetreten ist. Und sie hat Werbung für „Bild“ gemacht. Ich bin umgefallen, als ich das gesehen habe. Meiner Meinung nach ist „Bild“ das frauenfeindlichste Medium Deutschlands. Wie kann ein Mensch wie Alice Schwarzer sich nur so demontieren? Die Vorgehensweise von „Emma“ ist auch oft plump, ich denke da an die „Por NO“-Kampage.

Was ist gegen die Kampagne zu sagen?

Sie ist prüde. Ihre Theorie ist: In Pornofilmen werden Frauen erniedrigt. Erst mal habe ich schon viele Pornofilme gesehen, in denen das nicht so ist, aber die bei „Emma“ ziehen ja den Schluss: Wenn Männer Pornofilme gucken, in denen Frauen erniedrigt werden, dann erniedrigen sie Frauen im echten Leben auch. Ich finde das männerfeindlich. Ein Mann kann sehr wohl auseinanderhalten, was eine Sexspielart in einem Porno und was das echte Leben ist. Dass da jetzt eine echte Frau an der Kasse sitzt und ich der nicht vorschlage: „Knie dich nieder und blas mir einen.“

Bei „Fast Forward“ haben sie Hip-Hop-Videos boykottiert, weil sie frauenfeindlich waren. Da könnte man doch auch sagen, das ist nicht die Realität.

Ich sehe da einen Unterschied. Musikvideos laufen Tag und Nacht im Fernsehen. Und da gibt es Frauen in Hip-Hop-Videos, die nur dazu da sind, mit dem Arsch zu wackeln. Das sind Bilder, die viel mehr mit dem Leben zu tun haben als Pornos, Hip-Hop ist ein ganzer Lifestyle. Bei Pornofilmen geht es aber nur um Sex. Alice Schwarzer soll aus meinem Schlafzimmer rausbleiben. Wenn ich eine selbstbewusste Frau bin, die sich im Bett gerne erniedrigen lässt, muss sie mich nicht davor retten.

Ein kurzer Auszug eines Interviews des Tagesspiegels mit Charlotte Roche, den Rest könnt ihr hier lesen.

Gay Presidents of the USA

Geschrieben am February 24th, 2008 by cliff.
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“Ich bin egoistisch genug zu hoffen, dass du keinen Gefährten finden wirst, der dir den Schmerz unseres Abschieds abnimmt!” Ach wie romantisch, diese Zeilen stammen weder aus einem schwulen Groschenroman noch aus meinem Gay Romeo Postfach sondern vom 15. Präsidenten der USA, James Buchanan (1791-1868).
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Buchanan, der bislang einzige “Junggeselle” im Präsidentenamt, lebte 15 Jahre mit dem Senator und späteren Vizepräsidenten William Rufus King zusammen, ehe dieser als Botschafter nach Paris ging woraufhin im Trennungsschmerz die oben zitierten Zeilen entstanden. Beide hatten sich als Senatoren 1834 kennen und lieben gelernt, als Buchanan 43 und King 57 Jahre alt waren. Einen ganzen Artikel zum Thema findet ihr hier.
Wikipedia zufolge galt Buchanan zudem in der öffentlichen Meinung als Alkoholiker und soll seine Sonntagsausritte vor allem dazu genutzt haben, sich Whisky zu besorgen. Wie sympathisch!

Neue Vernichtungsphantasien aus dem Iran

Geschrieben am February 18th, 2008 by cliff.
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Aus dem Iran sind abermals Prophezeiungen einer baldigen Vernichtung Israels zu vernehmen. Diesmal stammen sie aus einem Beileidsschreiben, das der Kommandant der Revolutionswächter, General Mohammad Ali Jaafari, im Anschluss an die Ermordung des hochrangigen Hisbollah-Manns Imad Mugniyah an den Generalsekretär
der libanesischen Terrororganisation Hisbollah, Hassan Nasrallah, gerichtet hat.

Darin bemerkt Jaafari wörtlich: „Ich bin überzeugt, dass die Macht der
Hisbollah mit jedem Tag, der vergeht, wächst, und dass wir in der nahen Zukunft das Verschwinden dieser krebsartigen Bakterie, Israel, durch das Ausströmen der Hisbollah-Kämpfer erleben werden.“ Weiter wird Nasrallah in dem Schreiben wie folgt über den Tod des „Märtyrers“ Mugniyah hinweggetröstet: „Es besteht kein Zweifel, dass der Tod dieses loyalen Kämpfers die Entschlossenheit aller revolutionären und kriegerischen Muslime in ihrem Kampf gehen das zionistische Regime stärken wird, und insbesondere die Entschlossenheit derjenigen, die an
der Seite dieses Märtyrers kämpfen.“

Mugniyah wird dem Umkreis der Revolutionswächter, insbesondere der Quds-Truppen zugerechnet, die jüngst von den USA als Unterstützer des Terrors eingestuft worden sind. Gemeinsam bildeten sie im Libanon und im Iran Hisbollah-Kämpfer aus und planten weltweit Terroranschläge.

Nasrallah selbst hat vergangene Woche damit gedroht, israelische Ziele in der ganzen Welt anzugreifen und gleichzeitig erklärt, zu einem „offenen Krieg“ mit Israel bereit zu sein.

(Yedioth Ahronot, 18.02.08

Gedenken in Guben

Geschrieben am February 18th, 2008 by cliff.
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Zum wiederholten Mal wurde in der vergangenen Woche der Gedenkstein für den 1999 im brandenburgischen Guben von Deutschen zu Tode gehetzten Farid Guendoul geschändet. Wie das Polizeipräsidium Frankfurt/Oder mitteile wurden drei am letzten Mittwoch zum neunten Jahrestag der Tat niedergelegte Blumengebinde und zwei Kerzen zertreten. Zudem ist der Stein mit Bier übergossen worden.
In der Nacht vom 12. auf den 13. Februar 1999 hatte ein deutscher Mob in der brandenburgischen Kleinstadt drei Ausländer angegriffen und dabei den 28jährigen algerischen Asylbewerber in den Tod gejagt.
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Guendoul war damals mit zwei Freunden in der Stadt unterwegs, als eine Gruppe von elf Jugendlichen im Alter von 17 bis 20 Jahren die drei Männer angriff. Einer von ihnen wurde zunächst von einem Jugendlichen getreten, konnte den Verfolgern jedoch entkommen. Auf der Flucht vor dem Mob versuchten sich die anderen beiden in ein Haus zu retten. Guendoul trat in Todesangst eine Glastür ein, verletzte sich dabei an der Beinarterie und verblutete innerhalb von fünfzehn Minuten, während sich die Täter noch immer vor dem Haus aufhielten.
Seinem Freund gelang es, mit einem Taxi in ein Bistro zu fliehen, das anschließend wieder von dem Mob belagert wurde. Die Polizei nahm dann ihn unter dem Verdacht der Körperverletzung fest, obwohl der Mob den Polizeiwagen bis zur Wache verfolgte und versuchte, selbst dort einzudringen. Erst im Verlaufe des Morgens wurde Haftbefehl gegen zwei der Täter erlassen.
Nach einer Prozessdauer von 17 Monaten wurden 2000 acht der Angeklagten wegen “fahrlässiger Tötung” verurteilt. Drei weitere Angeklagte waren aus Sicht des Gerichts nicht haftbar für den Tod, sie wurden wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Die Verteidigung wurde damals auch von NPD-Mitgliedern übernommen, darunter Jürgen Rieger und Wolfram Narath. Das Strafmaß der Verurteilten lag lediglich zwischen richterlichen Verwarnungen und drei Jahre Jugendstrafe, von den fünf Haftstrafen wurden drei auf Bewährung ausgesprochen. Der damalige Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, bezeichnete das Urteil als Skandal, da die Justiz eine wertvolle Chance verpasst habe, ein Signal zu setzen und der damalige Vizepräsident des Zentralrats, Michel Friedman, sagte in der taz: “Es ist nicht nachvollziehbar, dass Jugendliche, die den Tod eines Menschen mitverursacht haben, mit Bewährungsstrafen davonkommen.”
Die Gedenkssteinschändung der letzten Woche war nicht die erste, bereits während der Prozess noch lief wurde er beschädigt.